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Erdbaumaschinen - Analyse und Bewertung der Unfallzahlen

Art-Nr.: F230099

Erdbaumaschinen - Analyse und Bewertung der Unfallzahlen
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Produktbeschreibung


Im Auftrag der StBG hat der Lehrstuhl für Tagebau und Internationalen Bergbau an der Technischen Universität Clausthal das Projekt Analyse und Bewertung von Erdbaumaschinen für die Baustoffindustrie unter besonderer Berücksichtigung des Arbeitsschutzes durchgeführt. Das Ergebnis wurde im Mai 2006 veröffentlicht.

Anlass und Zielsetzung des Vorhabens

Der Betrieb von Mobilgeräten wie Radlader, Muldenkipper und Dumper stellt bei der Produktion in den Betrieben der Baustoffindustrie eine Gefahrenquelle dar. Die Gefahren, die durch den Einsatz mobiler Geräte auftreten, können direkter oder indirekter Art sein. Direkte Gefahren stellen alle Arten von Unfällen dar. Betroffen können sowohl die Betriebsmittelführer selbst, beispielsweise durch Unfälle oder Absturz von ihren Geräten, als auch unbeteiligte Dritte sein, die von Fahrzeugen angefahren oder überfahren werden. Zudem gehen auch von Reparatur- und Instandsetzungsarbeiten an Fahrzeugen immer wieder Gefahren für das Personal aus. Gefahren indirekter Art stellen Erkrankungen dar, die aufgrund dauerhafter und ergonomisch problematischer Belastungen hervorgerufen werden.

Bei der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft (StBG) wurden im Jahr 2002 8.078 anzeigepflichtige Unfälle gemeldet. Dies entspricht 54,39 Unfällen pro 1.000 Beschäftigte. Im gleichen Jahr ereigneten sich 21 tödliche Unfälle. Bei diesen Zahlen ist zunächst zwar noch keine Differenzierung im Hinblick auf die Unfallart vorgenommen worden, allerdings ist bekannt, dass ein beachtlicher Teil dieser Unfälle im Zusammenhang mit dem Gebrauch und der Nutzung von Mobilgeräten steht. Obgleich sowohl die Zahl der Arbeitsunfälle insgesamt als auch die der tödlichen Unfälle in den letzten Jahren gesenkt werden konnten, sind die Zahlen weiterhin zu hoch. Unfälle gefährden nicht nur das Leben von Personen, sie verhindern auch die Ausführung von Aufträgen, belasten das Unternehmen und ziehen Kosten nach sich. Außer Arbeitsunfällen sind auch Schadensfälle zu berücksichtigen, die zwar keine Personenschäden, aber erhebliche Sachschäden an Betriebsinventar hervorrufen können. Betrachtet man die Gestaltung der Erdbaumaschinen, so fällt auf, dass die Hersteller beispielsweise beim Design von Radladern stets am ursprünglichen Grunddesign festgehalten haben und grundlegende Veränderungen, z. B. bei den Aufstiegen nicht stattgefunden haben.

 Im Rahmen dieses Vorhabens werden daher aktuell eingesetzte Mobilgeräte verschiedener Hersteller auf Schwachstellen hinsichtlich der Unfallgefahr und Problemen mit der Ergonomie untersucht. Die auftretenden Unfallschwerpunkte werden aufgezeigt und analysiert. Darüber hinaus sollen ergonomische Schwächen der Geräte aufgedeckt werden, die zu dauerhaften Schädigungen der Fahrzeugführer führen können. Mit Hilfe dieser Analysen kann ein verbessertes Grundkonzept für Mobilgeräte entwickelt werden. Hierbei ist die möglichst vollständige Beseitigung aller Gefahren für den Betriebsmittelführer und Dritte das Ziel. In einem weiteren Schritt könnte dieses neue Konzept unter Einbeziehung der Fachrichtung „Industriedesign“ umgesetzt werden, so dass Fahrzeuge gestaltet werden, die sowohl auf ihren Einsatzzweck als auch im Hinblick auf die Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz optimal abgestimmt sind.

Zusammenfassung

Der Betrieb von Mobilgeräten wie Radlader, Muldenkipper und Dumper stellt bei der Produktion in den Betrieben der Baustoffindustrie eine Gefahrenquelle dar. Die Gefahren, die durch den Einsatz mobiler Geräte auftreten, können direkter oder indirekter Art sein. Direkte Gefahren stellen alle Arten von Unfällen dar. Betroffen können sowohl die Betriebsmittelführer selbst, beispielsweise durch Unfälle oder Absturz von ihren Geräten, als auch unbeteiligte Dritte sein, die von Fahrzeugen angefahren oder überfahren werden. Zudem gehen auch von Reparatur- und Instandsetzungsarbeiten an Fahrzeugen immer wieder Gefahren für das Personal aus. Gefahren indirekter Art stellen Erkrankungen dar, die aufgrund dauerhafter und ergonomisch problematischer Belastungen hervorgerufen werden. Obgleich sowohl die Anzahl der Arbeitsunfälle insgesamt als auch die der tödlichen Unfälle in den letzten Jahren gesenkt werden konnten, sind die Zahlen weiterhin zu hoch. Unfälle gefährden nicht nur das Leben von Personen, sie verhindern auch die Ausführung von Aufträgen, belasten das Unternehmen und ziehen Kosten nach sich.

Betrachtet man die Gestaltung der Erdbaumaschinen, so fällt auf, dass die Hersteller beispielsweise bei der Konstruktion von Radladern stets am ursprünglichen Grunddesign festgehalten haben und grundlegende Veränderungen, z. B. bei den Aufstiegen nicht stattfanden.

Im Rahmen dieses Projektes wurden daher aktuell eingesetzte Mobilgeräte verschiedener Hersteller auf Schwachstellen hinsichtlich der Unfallgefahr und Problemen mit der Ergonomie untersucht. Zusätzlich erfolgte die Analyse und Vergleich der aktuell gültigen deutschen und internationalen Richtlinien, UVVen und Normen im Hinblick auf die sicherheitstechnische Gestaltung von Erdbaumaschinen. Dabei stellte sich heraus, dass die europäische Maschinenrichtlinie sich sehr von den entsprechenden (nord-)amerikanischen Richtlinien unterscheidet. Die letztgenannten Richtlinien enthalten mehr Detailregelungen und haben damit teilweise schon den Charakter einer UVV. Weiterhin bleibt festzuhalten, dass in keinem der untersuchten Länder Unfallverhütungsvorschriften existieren, die mit denen aus Deutschland bzw. Luxemburg vergleichbar wären. Die Analyse der untersuchten Normen im Hinblick auf die sichere Gestaltung von Erdbaumaschinen ergab, dass technische Anforderungen teilweise veraltet sind (z.B. Beleuchtung) bzw. nicht mehr den heutigen Erfordernissen für eine sichere und ergonomisch günstige Gestaltung der Geräte entsprechen.

Nachfolgend wurden Unfalldaten der Steinbruchsberufsgenossenschaft ausgewertet und anschließend zwei verschiedene Fragebögen zur Verifizierung der Ergebnisse erstellt und an die Betriebe der Steine- und Erdenindustrie verschickt.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die Ergebnisse aus der Auswertung und Analyse der Unfälle und die Ergebnisse aus den Befragungen der Unternehmen die gleiche Grundtendenz aufweisen.

Die konstruktionsbedingten Unfälle treten in beiden Auswertungen häufiger auf als die betriebsbedingten Unfälle, in der ersten Analyse ca. 70% häufiger, in der Umfrage fast dreimal so häufig. Insgesamt stehen etwa 80 Prozent aller Unfälle in Zusammenhang mit einem Ladegerät. Auch die schweren Unfälle ereigneten sich überwiegend mit diesen Geräten. Über die Hälfte aller Unfälle sind auf den Einsatz von Radladern zurückzuführen. Die Analyse der konstruktionsbedingten Unfälle ergab, dass die meisten Unfälle in Verbindung mit dem Auf- oder Abstieg stehen. Bei den betriebsbedingten Unfällen ist festzuhalten, dass sich die meisten Unfälle bei Instandhaltungsmaßnahmen ereigneten. Die Unfallanteile für „fahren ohne ausreichende Sicht“ und „laden“ sind insbesondere in der Betriebsumfrage mit je mehr als einem Viertel der betriebsbedingten Unfälle zu nennen.

Die Analyse der Verbesserungsvorschläge ergibt, dass die meisten Vorschläge für Ladegeräte gemacht werden. Der Radlader hat dabei einen Geräteanteil von 64%.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die Konstruktion der Ladegeräte vor allem für die Bereiche Aufstieg, Sichtverhältnisse und Kabinenabmessung zu optimieren ist.

Die Auswertung zeigt, dass das Einhalten der Normen offenbar nicht ausreicht, um die Geräte für die genannten Bereiche sicher genug zu gestalten. Die Hersteller sind hier gefordert, die Grenzwerte (z. B. maximal zulässige Aufstiegshöhen) in den Normen zu unterschreiten, wenn dadurch die Sicherheit der Geräte erhöht werden kann.

Wichtig ist daher eine Verlagerung der Akzeptanz und Verantwortung in Richtung der Hersteller und nicht auf die Betriebe, wie es momentan der Fall ist. Es besteht dringender Handlungsbedarf bei der Einbeziehung und Einbindung der Gerätehersteller in den Optimierungsprozess. Dabei sind die gewonnenen Erkenntnisse zu berücksichtigen und in den Handlungsprozess einzubringen mit der Zielsetzung der gemeinsamen Geräteoptimierung.

Acrobat PDFStudie in deutscher Sprache (PDF, 2 MB)

Acrobat PDFStudie in englischer Sprache (PDF, 2 MB)

Die Veröffentlichung kann bei der StBG kostenlos bestellt werden.
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